Behandlung mit der radialen Stoßwellentherapie

Stoßwellen fanden ihr erstes Einsatzgebiet in den 70er Jahren in der Humanmedizin, wo sie zur Zerstörung von Nierensteinen eingesetzt wurden.

Hierbei stellte man einen positiven Effekt auf das Knochenwachstum fest und begann fortan Stoßwellen zur Behandlung schlecht heilender Frakturen zu nutzen.


Nach und nach wurde die Stoßwellentherapie auch auf andere Probleme des Bewegungsapparates ausgedehnt und fand auch Zugang zum Veterinärbereich.

 


Bei Stoßwellen handelt es sich um akustische Wellen. Wir kennen sie aus unserem täglichen Leben. So handelt es sich beispielsweise bei Donner und beim Knall wenn ein Flugzeug die Schallmauer durchbricht, um Stoßwellen. Akustische Wellen können sich in Wasser, Körperflüssigkeiten und Weichteilgewebe ausbreiten und werden deshalb auch als Druckwellen bezeichnet.


Man unterscheidet fokussierte und radiale Stoßwellen. Bei der fokussierten Stoßwelle befindet sich das Maximum der Schallenergiedichte in einiger Entfernung vom Entstehungsort des Druckimpulses. Also ist die Energieflussdichte am Eintrittsort geringer als in der in der Tiefe des Gewebes – die Stoßwelle ist fokussiert. Diese Art der Behandlung ist sehr schmerzhaft und kann nur mit einer Sedierung durchgeführt werden.


Die radiale Stoßwellentherapie zeigt ihre Einflußdichte nahe am Entstehungsort. Sie wirkt sanfter und weniger in die Tiefe und kann deshalb, im Gegensatz zur fokussierten Stoßwellentherapie, ohne Sedation durchgeführt werden.


Studien zeigen, dass die Einsatzgebiete beider Therapieformen vergleichbar sind.

In der Tiermedizin wurde die Stoßwellentherapie zuerst beim Pferd eingesetzt. Den größten Erfolg stellt die Stoßwellentherapie, laut Studien, bei der Insertionsdesmopathie des Fesselträgerursprungs dar. Die Studien weisen einen hohen Prozentsatz an wieder einsetzbaren Pferden auf.

 

Auch die positive Auswirkung auf die Erkrankung der Hufrolle ist durch mehrere Studien belegt. Bei Pferden mit Spat-/Schaleerkrankung kann die Behandlung mit Stoßwelle eine Lahmfreiheit, oder aber zumindest eine Verbesserung des Lahmheitsgrades bewirken.

 

Stressfrakturen, Sehnen- und Bänderläsionen, Kissing Spines und Gleichbeinentzündungen stellen ebenso eine Indikation für eine Stoßwellentherapie dar.

Auch bei Hunden kann diese Therapieform eine gute Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden bieten.  Hier ist an den häufig vorkommenden Kreuzbandriss zu denken, Arthrosen, Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation, OCD, schlecht heilende Knochenbrüche usw. 


Die Behandlung wird von Hund und Pferd in der Regel, trotz akustischen Reizes und leichter Schmerzhaftigkeit, gut toleriert. Eine Sedation ist nicht nötig. Nervöse Tiere können durch den Einsatz von Bachblüten o.ä. ausreichend entspannt werden.

 

Stoßwellen bewirken eine Auslösung des körpereigenen Reparaturmechanismus. Der Zellstoffwechsel und die Durchblutung  werden aktiviert. So wird der Heilungsprozess beschleunigt, und Entzündungen und Schmerzen beseitigt.

 

Je nach Erkrankung, kann die Stoßwellentherapie eine Alternative zu einer Operation darstellen.

 

Nebenwirkungen beschränken sich auf leichte Hämatome (Blutergüsse) und eine kurzfristig auftretende verstärkte Schmerzhaftigkeit, ähnlich einem Muskelkater, die aber schnell nachläßt und in der Regel eine deutliche Besserung zur Folge hat.

In der Regel werden, je nach Krankheitsbild, 3-5 Behandlungseinheiten erforderlich sein.

 



 

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